niemand – Kunst, Kultur & Events
niemand.at
niemand ist ein offenes, temporäres politisches Kunst- und Aktionsprojekt, das als aneignbare, „multiple“ Persönlichkeit gedacht ist und Beteiligung ausdrücklich einlädt. Das Projekt versteht sich als Gegenfigur zu „jemand“ im Sinn von wichtig, bedeutend oder mächtig, und stellt sich auf die Seite…
niemand ist ein offenes, temporäres politisches Kunst- und Aktionsprojekt, das als aneignbare, „multiple“ Persönlichkeit gedacht ist und Beteiligung ausdrücklich einlädt.
Das Projekt versteht sich als Gegenfigur zu „jemand“ im Sinn von wichtig, bedeutend oder mächtig, und stellt sich auf die Seite jener, die im öffentlichen Diskurs wenig Stimme, Gewicht oder Sichtbarkeit haben. In dieser Haltung positioniert sich niemand in Opposition zu einem hegemonialen Einverständnis und arbeitet bewusst aus einer Perspektive der Marginalität, Randgruppe, Minderheit oder Seltsamkeit.
Inhaltlich verbindet niemand politische Intervention mit dadaistischem Gestus: Es taucht immer wieder dann auf, wenn Wahlkämpfe stattfinden, Ereignisse neue politische Richtungen vorgeben oder der öffentliche und mediale Diskurs nach einer inhaltlichen Auffrischung verlangt. Dabei ist das Projekt als flexibel und skalierbar beschrieben, von kleinen, flüchtigen Aktionen im öffentlichen Raum bis hin zu groß angelegten Kampagnen, die Begriffe wie Gleichberechtigung, Menschlichkeit, Grundrechte, Menschenrechte, Frieden und Gemeinsamkeit in den Vordergrund rücken.
Als „Anleitung zur Selbstermächtigung“ zielt niemand darauf, marginalisierte Inhalte, Menschen und Haltungen sichtbar zu machen und den Diskursraum zu öffnen und zu erweitern. Es bringt Themen in öffentliche Debatten ein, stört politische Propaganda und versteht sich als Sand im Getriebe eingeübter Kommunikation. Dazu gehört auch die Idee eines Wahlkampfs, ohne selbst anzutreten, sowie die Suche nach Verwandten, Verbündeten und internationaler Vernetzung für Interventionen und Aktionen.
Für die Umsetzung sind unterschiedliche Formate vorgesehen, die je nach Möglichkeiten eingesetzt werden: Texte und Worte, Plakate und Projektionen im öffentlichen Raum, Sticker und Banner, Demonstrationsmaterial, ebenso wie Beiträge über verschiedene Medienkanäle. Als Bezugspunkt des Projekts dient https://niemand.at. Insgesamt richtet sich niemand an Personen und Gruppen, die sich angesprochen fühlen, sich eine gemeinsame Stimme geben möchten und politische Ausdrucksformen im öffentlichen Raum und im medialen Diskurs erproben wollen, ohne sich auf eine feste Organisationsform festzulegen.
Durch die Kombination aus offener Beteiligung, temporärer Präsenz und variablen Aktionsformen eignet sich niemand besonders für Situationen, in denen schnelle Reaktionen auf politische Ereignisse gefragt sind oder in denen neue Perspektiven bewusst in bestehende Debatten eingespeist werden sollen.